Dass am Sonntag mal wieder die Knochen weh tun werden, war klar als sich die 1. Radeburger Herrenmannschaft zum Doppelspiel auf den Weg nach Oederan machte. Dort warteten unterschiedliche Aufgaben. Oederan2 ein ganz heiß gehandelter Abstiegskandidat und Oederan1, ebenso heiß gehandelt, allerdings als Kandidat für den direkten Wiederaufstieg in die Landesliga.
Für Radeburg am Start waren Eric Laubert, Mark Domke, Jonas Lubrich, Johannes Meinig, Lucas Garber und Saro Thomschke (es fehlten also Nummer 1 und 2). Trotz der personell immer wieder schwierigen Situation haben die Radeburger schon oft aus der Not eine Tugend gemacht und gute Ergebnisse geliefert.
Im ersten Spiel gegen die Zweite von Oederan konnte nur ein Sieg das Ziel sein. Personell war man der klare Favorit. In den Doppeln wurde man dieser Rolle noch nicht gerecht. Zuverlässig wieder Doppel 1 mit Eric Laubert, der dieses Mal Johannes Meinig an seiner Seite hatte. Mark Domke und Saro Thomschke taktisch an Doppel 2 gesetzt, konnten das Spitzendoppel der Gastgeber zwar ärgern und in den 5. Satz zwingen, aber dort war dann Schluss. Unser Doppel 3, eigentlich stark aufgestellt, kommt noch nicht so richtig in die Gänge. Jonas Lubrich und Lucas Garber bleiben auch im 3. Einsatz sieglos. 1:2-Rückstand nach Doppeln.
Mit drei Mal 3:0 drehten Eric Laubert, Mark Domke und Johannes Meinig den Rückstand in eine Führung. Postwendend folgten 2 Niederlagen, sodass der Gleichstand wieder hergestellt war. Im letzten Spiel der ersten Einzelrunde holte Lucas Garber die Führung zurück. 5:4
In der 2. Einzelrunde wurden die Gäste dann ihrer Favoritenrolle gerecht und gewannen alle 6 Einzel. Glückwunsch an Neuzugang Saro Thomschke, der aus der Kreisliga nach Radeburg gewechselt ist und nun seinen ersten Sieg in der Bezirksliga feiern konnte.
Im Normalfall geht man jetzt duschen und gleicht den Verlust von Flüssigkeit und Mineralien durch einen isotonischen Durstlöscher aus. Aber jetzt wartete mit Oederan1 ein echter Brocken, Absteiger aus der Landesliga und Mitbewerber um den Aufstieg. Zu allem Überfluss traten die Gastgeber auch noch nahezu in Bestbesetzung an. Lediglich die Nummer 6 musste ersetzt werden. Auf Radeburger Seite kam kurz die Frage auf, wo man denn überhaupt punkten wollte. Aber es gibt da eine alte Weisheit, “jedes Spiel muss erst gespielt werden, Punkt für Punkt”.
Das nahmen sich die Radeburger zu Herzen und starteten mit dem traditionellen 1:2 in die Doppel.
Die erste Einzelrunde brachte einige Ausrufezeichen. Den Anfang machte Kapitän Mark Domke. Gegen die Nummer 1 der Gastgeber hieß es nur Sekt oder Selters. Volle Attacke, volles Risiko bei jedem Schlag. Es lohnte sich, nach 5 Sätzen verließ der Radeburger Routinier den Tisch als Sieger. Noch spektakulärer ging es am Nebentisch zur Sache. Eric Laubert lieferte eine wahre Topspinschlacht. Noch reichte es aber für Brachius Maximus nicht zum Sieg. Ebenso erging es Mini-Ma-Long Meinig im mittleren Paarkreuz. Knappe Niederlage. Aber Crazy-Lubrich hielt die Radeburger mit einer fantastischen Leistung und einem überzeugenden Sieg im Spiel.
Und jetzt wurde es sensationell. Lucas Garber war nicht gewillt seine bisher weiße Weste beschmutzen zu lassen und sorgte mit seinem Sieg für den Ausgleich. Als Saro Thomschke dann einen gestandenen Landesliga-Spieler in 4 Sätzen in die Knie zwang, keimte zum ersten Mal sowas wie Hoffnung auf, hier vielleicht was mitzunehmen.
Zweite Einzelrunde. Eric Laubert nicht ganz so spektakulär wie im ersten Einzel, dafür noch spannender und am Ende erfolgreich. Grandioser Sieg zum 6:4-Zwischenstand. Am Nebentisch hatte es Mark Domke schwer. Kampf wie immer selbstverständlich, aber im 6. Spiel des Tages fehlte nun immer mal ein halber Schritt, um den Ball mit Power über das Netz zu kriegen. Niederlage und die Gastgeber verkürzten.
Dann der erste richtige Dämpfer im mittleren Paarkreuz. Bei “normaler Erwartungshaltung” wären die beiden Niederlagen von Johannes Meinig und Jonas Lubrich absolut vertretbar. Bei der Geschichte dieses Spiels war die Erwartungshaltung bei allen schon anders und die beiden Niederlagen taten extrem weh. Die letzten beiden Einzel brachten noch einen Sieg von Lucas Garber (weiter ungeschlagen) und damit ein 7:8-Rückstand. Entscheidungsdoppel.
Das war nicht nur spektakulär, sondern auch spannend und am Ende dramatisch. Oederan ging ganz humorlos zu Werke und gewann die ersten beiden Sätze ganz schnell. Eric Laubert und Johannes Meinig klappten das Visier hoch und feuerten aus allen Lagen. Satz 3 an Radeburg. Im 4. Satz war man dann schon wieder fast tot, aber der 2:6-Rückstand wurde noch in einen Satzgewinn umgewandelt. Satz 5 lief wie im Traum bis zur 8:2-Führung, dann wurde es zum Albtraum. 9:11, Niederlage und insgesamt 7:9.
Am Ende stand man zwar mit leeren Händen da, aber der Stolz auf die gezeigte Leistung überwog. Nächste Woche das letzte Spiel vor der Herbstpause in heimischer Halle.

